Lebendfutter
aus freien Gewässern birgt fast immer die Gefahr des Einschleppens von
Krankheitserregern, die sich im warmen Wasser des Tropenaquariums schnell ausbreiten
können.
Zu diesen Krankheiten gehört der berüchtigte Ichthyophthirius multifiliis (Pünktchenseuche).
Außerdem werden Hydra (Süßwasserpolypen), Fischläuse, Fischegel und andere Ektoparasiten eingeschleppt.
Lebendfutter aus Teichen dagegen, in denen garantiert keine Fische leben, bergen weitaus weniger Krankheitserreger.
Am besten wäre es jedoch, man hielte das benötigte Lebendfutter im eigenen Gartenteich (ohne Fische!), in einer ausgedienten Badewanne, in größeren Milchkannen oder ähnlichen Gefäßen.
Krebsartige
Wasserflöhe (Daphnia pulex, Daphnia magna, Cyclops u.a.)
Als Abwechslung sind diese Wasserflöhe, einmal wöchentlich verfüttert, eine gute Beikost.
Der Chitinpanzer und der mit einzelligen Algen gefüllte Darmkanal ist für viele Fischarten (K, L, 0 im Futterplan) ein wertvoller Ballaststoff.
Der Darm wird dadurch zu gesunder Verdauung angeregt.
Viele Arten spucken die Flöhe jedoch nach häufiger Fütterung wieder aus oder lutschen nur darauf herum und spucken die leere Hülle wieder aus.
Fische nur mit Wasserflöhen zu ernähren, ist auf Dauer nur bei wenigen Arten möglich, bei den meisten Arten treten schnell Mangelerscheinungen auf.
Doch das Vergnügen, seinen Fischen beim Verzehren von Wasserflöhen zuzuschauen, sollte man sich ab und zu gönnen.
Der Beuteinstinkt der Fische, der bei der Fütterung mit Flockenfutter nur noch andeutungsweise vorhanden ist, entwickelt sich in Sekundenschnelle wieder voll und alle Aquariuminsassen machen Jagd.
Cyclops
sind, besonders wenn sie kräftig rot gefärbt sind, eine recht gute Nahrung für Jungfische ab ca. 15 mm Länge.
Ganz junge Fische können Cyclops jedoch gefährlich werden, denn der kleine Krebs kann sich mit seinen Zangen in den Körper der Jungfische bohren und daran fressen.
Bachflohkrebse (Gammarus-Arten)
sind für größere Cichliden ein willkommenes Futter. Man findet sie in kleinen, sauberen Bächen zwischen Pflanzenwurzeln, von deren verwesenden Teilen diese Tiere leben. Ihre harte Schale wird jedoch von den meisten Fischen verschmäht.
Wegen Sauerstoffmangel und zu hoher Temperatur sterben diese Futtertiere im Aquarium bald ab, deshalb sollte man bei der Verfütterung vorsichtig sein.
Gammarus ist das Hauptfutter der Forellen in unseren Bächen.
Sie haben einen guten Nährwert, sind aber für die meisten unserer
tropischen Zierfische wenig geeignet.
Es ist beschwerlich, Gammarus zu fangen.
Artemia, Brine-Shrimps (Artemia salina).
Diese
sind inzwischen das Hauptnährtier der Züchtereien auf der ganzen Welt.
Da es im Wasser der Salzseen von Utah, der San Francisco Bay und anderen Salzseen auf der Erde vorkommt, in denen wegen ihres hohen Salzgehaltes keine Fische mehr leben können, gibt es keine Gefahr der Krankheitsübertragung.
Die Eier von Artemia werden im Herbst tonnenweise an den Ufern der Salzgärten gesammelt, später getrocknet, gereinigt und unter Vakuum in Dosen abgefüllt.
Besondere Produktionsverfahren sichern eine hohe Schlupfausbeute in Jahren mit guter Ernte. In schlechten Erntejahren werden viele unfruchtbare Eier produziert. Diese Tiere schlüpfen dann nicht aus ihren Schalen oder die Nauplien (Larven) sterben in der Eihülle ab.
Am vorteilhaftesten ist es, nur Ware mit garantierter Schlupfausbeute zu kaufen.
Die Eier von Artemia können über zehn Jahre bei kühler und trockener Vakuumlagerung überdauern.
Diese Nauplien sind ein hervorragendes Anfangsfutter für die meisten Jungfische, z. B. der Lebendgebärenden Arten und auch vieler größerer Eierlegender Arten.
Die Nauplien aus San Francisco sind etwas kleiner als die frisch geschlüpften Utah-Nauplien.
Die San Francisco Nauplien sind daher bei den Züchterein begehrter.
Mit diesem einfach zu kultivierendem Futter kann man Jungfische einige Zeit versorgen.
Arternia-Kultur-Methode
Bringt
man die Eier in eine schwache Salzlösung (1 - 2 % Kochsalz, jodfrei, oder
ein gehäufter Teelöffel Salz auf einen Liter Wasser) so schlüpfen
nach 24 - 36 Stunden bei einer Temperatur von ca. 24°C die ersten Nauplien
aus.
Die Artemia-Krebschen lassen sich im Salzwasser bei einer Konzentration von etwa 3 % mit Spezialsalz und Fütterung mit einzelligen Algen zu ausgewachsenen Tieren heranziehen.
Sie werden etwa 8 - 10 mm lang. Für ein Süßwasseraquarium ist das allerdings ein recht hoher Aufwand.
Seewasseraquarianer nehmen dies in Kauf, um stets gutes Lebendfutter zur Hand zu haben. Eine Dauerfütterung mit Artemia-Nauplien ist selbst für kleine Fische nur einige Wochen ausreichend, später stellen sich dann doch einige Mangelerscheinungen ein.
Deshalb füttert der erfahrene Züchter zu Artemia stets noch entweder Teichlebendfutter oder aber vitaminisiertes und verkleinertes Flockenfutter.
Würmer
Bachröhrenwürmer (Tubifex).
Wenn man die Herkunft aus schlammigen Gewässern berücksichtigt, in denen zwar wegen der Verschmutzung kein Fisch mehr vorkommt, so ist von einer Verfütterung allein aus diesem Grund abzuraten.
Tubifex sind ausgesprochene Notfutter für Arten, die kein unbewegliches Futter anrühren.
Zudem ist Tubifex wegen seines hohen Eiweißgehaltes, der zu schleimigem Kot führen kann, und der großen Gefahr der Giftstoffaufnahme aus den Abwässern, in denen die Röhrenwürmer vorkommen, abzulehnen.
Wenn schon Tubifex-Fütterung vorgenommen wird, so sollte das Futter einige Tage gewässert werden, z. B. unter einer tropfenden Wasserleitung oder in einem Eimer, auf dessen Wasseroberfläche der Tubifex-Behälter mit feinem Siebboden schwimmt.
Tubifex sollte nur äußerst sparsam und in geringen Mengen verabreicht werden. Die Fische müssen die ca. 1 mm dicken und 3 - 5 cm langen Würmchen sofort ganz herunterschlucken, sonst fallen Reste auf den Bodengrund, wo sich die Würmer schnell eingraben und verwesen können.
Enchyträen
Im Komposthaufen unter feuchtem Laub, auch zwischen Seetang am Meeresstrand, sind diese 10 - 30 mm langen, weißen Würmer zu Hause.
Sie sind sehr fetthaltig und führen bei Dauerfütterung zu Verstopfung und Fettleber.
Anfangs werden die Würmer von vielen Fischen gierig genommen. Sie sollten jedoch stets sparsame Zusatznahrung bleiben.
Die Kultur kann man im kühlen Keller (bei ca. 15°C) selbst vornehmen:
In einem Kunststoffblumenkasten oder einer Styroporschale wird lockere Gartenerde, vermischt mit 1/3 Sand und 1/3 Torfmull (ungedüngt), eingefüllt und schwach befeuchtet.
Zuchtansätze werden in Fachzeitschriften oder im Zoofachhandel angeboten.
Gefüttert wird mit TetraPhyll und etwas Haferbrei; dieser wird mit 1/3 Milch und 2/3 Wasser kurz aufgekocht, dann abgekühlt.
Etwa tausend Enchyträenwürmer brauchen alle zwei Tage einen gehäuften Teelöffel Futter. Wenn die Futterreste angesäuert sind, müssen sie entfernt werden.
Auf den Futterbrei wird eine Glasplatte gelegt, um das Austrocknen der Erde zu verhindern, denn die Würmer leben auch in der Natur stets an feuchten Stellen. Am Meeresstrand werden sie sogar zeitweilig vom Seewasser überflutet.
Auf der Kultur sammeln sich schnell Milben, die die Entwicklung der Enchyträen beeinträchtigen. Von Zeit zu Zeit entnimmt man daher die gesamte Menge der Würmer und bringt sie auf neuer Erde unter. Die Kultur muß stets dunkel stehen.
Grindalwürmchen
Diese lassen sich vorteilhaft in einer Schale auf Schaumstoff kultivieren. Dann hat man wenig Ärger mit der Erde und kaum Milben. Sonst sind Fütterung und Kultur ähnlich wie bei den Enchyträen.
Die "Grindals" lassen sich an Jungfische bis ca. 2 cm Länge gut als Ersatzfutter einsetzen; man verabreicht pro Fütterung 5 - 10 Würmchen pro Fisch.
Jungfische überfressen sich jedoch leicht an diesem offenbar wohlschmeckenden Futter.
Regenwürmer
Große Cichliden und andere räuberisch lebende Fische lassen sich gut mit Regenwürmern ernähren.
Die Würmer sollen ausgekotet und sich von der sie umgebenden Schleimhülle durch Kriechen im feuchten Gras befreit haben.
Der rote Tauwurm, der in Angelfachgeschäften als beliebter Fischköder angeboten wird, ist für die Verfütterung gut geeignet.
Der graublaue sogenannte Mistwurm wird weniger gern von Fischen gefressen.
Regenwürmer sind sehr eiweißreich.
Da ihr Eiweiß eine für Fische offenbar zuträgliche Zusammensetzung hat, kommt es bei dauernder Fütterung mit Regenwürmern weder zu Mangelerscheinungen noch zu Verfettung.
Die Zucht von Regenwürmern ist beschwerlich und erfordert eine ganze Menge Platz.
Wenn man einen Garten hat, kann man eine Zucht im Komposthaufen versuchen. Fette, jedoch lockere Erde, die man mit Sägespänen vermischen kann, wird von den Würmern bevorzugt.
Gefüttert wird mit pflanzlichen Gartenabfällen, z. B. Unkraut und
Gras.
Mückenlarven, Stummelfliegen und Tümpelfutter
Rote Mückenlarven (Chironomus)
Diese
Larve wird von Fischen sehr geschätzt. Ihr roter Blutfarbstoff ähnelt
merkwürdigerweise dem Hämoglobin im menschlichen Blut.
Lebende rote Mückenlarven zu fangen, ist schwierig, weil sich die Larven am Boden von sauberen Gewässern einen kleinen Köcher, ähnlich dem der Köcherfliegenlarve, aus Schleim, Erde und winzigen Pflanzenpartikelchen bauen.
Man kann die Larven nur aus Gewässern mit dem gesamten Laub und schlammigem Bodengrund entnehmen und unter fließendem Wasser freispülen.
Von Herbst bis Frühjahr schlüpfen die Roten Mückenlarven und bilden dann Schwärme von einigen Hundert bis einigen Millionen Stück.
Solch ein Mückenschwarm kann wie eine schwarze Wolke in der Landschaft aussehen. Während dieses Schwärmens erfolgt die Befruchtung, gleich danach werden Eier abgelegt, und wieder beginnt das Leben der Roten Mückenlarve am Gewässerboden.
Die Chironomus-Mücken stechen nicht.
Schwarze Mückenlarven
Die Larven gehören durchweg zu den verschiedenen Stechmückenarten.
Die Männchen haben büschelartige Fühler, während die Weibchen einen Stechrüssel tragen, mit dem sie das Blut von Säugetieren aufnehmen können. Diese Mückenarten halten stets ihre beiden Hinterbeine nach oben gerichtet, während die Zuckmücken alle sechs Beine aufsetzen.
Die schwarzen Mückenlarven sind ein hervorragendes Futter für Aquariumfische. Offenbar enthalten sie Stoffe, wie z. B. Vitamine und fischgerechtes Eiweiß, die viele Fischarten zum Laichen anregen.
Diese Mückenlarven sind wesentlich einfacher zu fangen als die Roten Mückenlarven, denn sie führen ein Leben an der Wasseroberfläche. Durch ein Atemrohr, das wie ein Stachel aussieht, entnehmen sie atmosphärische Luft an der Wasseroberfläche.
Dieses Atemrohr befindet sich am Hinterende der Larve. Sobald sich diese Larve verpuppt, befinden sich zwei Atemröhrchen am Kopfende.
Bei Störungen an der Wasseroberfläche, z. B. durch Erschütterungen, verschwindet die Larve durch zuckende Bewegungen in Richtung Gewässerboden. Man muß also das Netz schon sehr schnell eintauchen, um die Larve im freien Wasser zu erwischen.
Nach der Verfütterung sollte man das Aquarium gut abdecken, damit nicht geschlüpfte Larven bzw. Puppen sich nicht zu ausschlüpfenden Stechmücken entwickeln.
Die Schwarzen Mückenlarven kann man am Schlüpfen einige Zeit lang hindern, indem man sie in einer halbprozentigen Kochsalzlösung hältert.
Das Schlüpfen wird dann trotz wärmerer Temperaturen um zwei bis drei Tage verzögert, Wenn man das Glück hat, viele Schwarze Mückenlarven auf einmal zu fangen, so friert man die überschüssige Menge ein.
Weiße Mückenlarven
Sie werden auch Glasstäbchen genannt und kommen ebenfalls nur in sauberen Gewässern vor und sind wie diese recht selten geworden.
Für die Ernährung von Zierfischen in der Aquaristik spielen sie kaum noch eine Rolle.
Diese Larven gehören zur Gattung Corethra (heute Chaoborus) oder Büschelmücken. Sie halten sich im freien Wasser auf, schwimmen meistens waagerecht und leben räuberisch von allerlei Kleingetier.
Manche Züchter sagen, daß sie sich sogar an kleinen Jungfischen vergreifen. Für Fische ab 5 cm Länge sind sie jedoch ein geschätztes Futter. Auch sie stechen nicht.
Drosophila
Zuchtansätze der stummelflügeligen Frucht- und Essigfliegen kann man bei einschlägigen Züchtern kaufen. Anzeigen findet man in den Aquarienfachzeitschriften.
Flugfähige Insekten kann man selbst auf saurem Obst oder in einer offenstehenden Rotweinflasche fangen. Nur sind diese Fliegen kaum als Fischfutter zu verwenden. Sie entweichen sofort aus dem Aquarium.
Es ist wichtig, daß in die Zuchten im Zimmer keine geflügelten normalen Essigfliegen zum Zuchtansatz gelangen, denn durch die Einkreuzung erhält man wieder massenweise geflügelte Tiere, die zum Verfüttern im Aquarium ungeeignet sind oder zumindest im Zimmer lästig werden.
Die Stummelfliegen setzen sich auf die Wasseroberfläche und können dort von verschiedenen Fischarten, wie Beilbauchfischen, Nannostomus-Arten zur Anfütterung laichbereiter Zuchttiere verwendet werden, insbesondere dann, wenn kein lebendes Tümpelfutter im Winter zur Verfügung steht.
Die Zuchtfliegen werden mit einem sauren Nährbrei oder faulenden Früchten, wie Bananen und Pfirsichen, gefüttert.
Man kann sich diesen Nährbrei auch aus eingeweckten Früchten, wie Pflaumen, Birnen und Pfirsichen selbst herstellen.
Er wird mit Weizenkleie angedickt und gekocht, mittels eines haselnußgroßen Stückes Hefe wird der Brei zur Gärung gebracht und nach dem Erkalten in ein Weckglas gegeben, welches man mit feinem Mull oder einem Damenstrumpf abdeckt, damit die Fliegen nicht entweichen können.
Man muß mehrere Zuchtgläser ansetzen, damit nach dem Verfüttern eines Zuchtansatzes am nächsten Tag ein anderes Glas zur Verfügung steht.
Die Temperatur der Kultur sollte zwischen 20°und 24° C liegen. Solch eine Fliegenzucht ist eine mühsame Sache, wird aber belohnt, wenn ein Zuchterfolg bei einer seltenen Fischart eintritt.
Staubfutter
Gutes Tümpelstaubfutter kann man nicht kaufen. Man muß es mit dem Käscher selbst fangen.
Die Maschenweite des Netzstoffes sollte unter 0,1 mm (Vornetz) und bei 0,01 mm für das Hauptnetz liegen. Solche Netzstoffe bekommt man unter der Bezeichnung Müllgaze nur auf Bestellung im Fachhandel.
Lieferant ist z. B. die Vereinigte Seidenweberei in 47830 Krefeld, Industriestr. 56.
Staubfutter besteht aus allerlei planktonischen Kleinstlebewesen, wie Pantoffeltierchen (nicht gut geeignet, da diese Tiere nesseln und von manchen Jungfischen verschmäht werden), Bosmiden, Rädertierchen usw.
Wer sich näher für Staubfutter interessiert,
sollte sich das Buch: "Das Leben im Wassertopf", Kosmos Verlag, oder
"Tümpel-Teiche und Weiher", Landbuch-Verlag, beschaffen.
Mit Mikroskop oder 10-fach Lupe wird dann jedes Tümpeltier ein Erlebnis.
Die Aufzucht mancher Jungfische ist ohne Tümpelstaubfulter undenkbar.
Man kann sich solches Staubfutter auch selbst heranzüchten. Dafür gibt es verschiedene Rezepte:
Die einen schwören auf Heuaufguß, die anderen auf Protogen-Granulat, wiederum andere versuchen es mit getrockneten Bananenschalen.
Tiefkühlfutter
Rote Mückenlarven, Schwarze Mückenlarven, verschiedene kleine Garnelenarten und ausgewachsene Brine-Shrimps (Artemia) werden von manchen Zoofachgeschäften portionsweise, in Päckchen oder Schachteln verpackt, als Tiefkühlware angeboten.
Tiefkühlfutter hat nahezu den gleichen Nährwert wie Lebendfutter, vorausgesetzt, daß es richtig schockgefrostet und später kühl genug bis mindestens minus 20°C gelagert wird. Die Lagerfähigkeit beträgt maximal ein Jahr.
Gefriergetrocknete Futtermittel
Dazu gehören Tubifex, Rote Mückenlarven, Brine-Shrimps, verschiedene
andere kleine Garnelen, Muschelfleisch, Calanus (norwegisches Meeresplankton),
um nur die wichtigsten zu nennen.
Für alle Sorten gilt das gleiche wie für Lebendfutter. Gefriergetrocknete Futtermittel haben den unbestreitbaren Vorteil, daß sie nahezu unbegrenzt lagerfähig sind, sofern man sie kühl und trocken aufbewahrt.
Bei guter Gefriertrocknung dürften alle Nährstoffe, die im Lebendfutter sind, auch in den gefriergetrockneten Futterstoffen enthalten sein.
Von einer einseitigen Verfütterung mit diesen Futtermittel ist abzuraten; insbesondere bei Tubifex, Brine-Shrimps und Calanus kommt es zu Mangelerscheinungen oder sogar zu Schädigungen.
Vor allem Calanus ist sehr vorsichtig einzusetzen, er ist stark fetthaltig.
In der Natur dient er zur Ernährung von Heringen und anderen Planktonfressern.
Bei längerer Verfütterung treten Veränderungen in den Fischeingeweiden, besonders an der Leber (Feltleber) und den Nieren auf,
Bei Brine-Shrimps besteht die Gefahr des zu hohen Salzgehaltes. Wenn dieser 1 - 2 % übersteigt, kann das Salz auf die Dauer giftig für die Fische werden.
Am geeignetsten von den gefriergetrockneten Futterstoffen sind Rote Mückenlarven, die heute sogar kommerziell für die Gefriertrocknung gezüchtet werden.
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