Die Vergesellschaftung der Zierfische

Im Regelfall werden Sie sich für ein Aquarium entschieden haben, wie es die Industrie heute fertig anbietet. Die Maße und Abmessungen sind weitgehend standardisiert und den Wünschen der Kunden angepaßt. Nachfolgend wollen wir Ihnen eine ausführliche Information geben, nach weichen Gesichtspunkten Sie ein Becken einrichten und die dazu passende Fischgesellschaft auswählen können.

Für den Anfänger ist es jedoch schwierig, aus der Fülle der Arten, diejenigen herauszusuchen, die für ihn am besten geeignet sind. Es sind dies zunächst diejenigen Arten, die mit dem Schwierigkeitsgrad SG: 1 gekennzeichnet sind. Dazu gehören viele Lebendgebärende, wie Schwertträger, Guppies und Platies, einige Fadenfische (Labyrinther), wenige Cichliden, wie z. B. Skalare, viele Barbenarten und Salmler. Man könnte geneigt sein, diese alle in einem Aquarium unterzubringen, hätte dann jedoch ein buntgewürfeltes Durcheinander, bei dem keine Art so richtig zur Geltung kommt und ihr artgerechtes Verhalten zeigen kann.

Viel besser ist es, einige wenige Arten auszuwählen, dafür aber mehr Exemplare von jeder einzelnen Art.

Bei der Zusammenstellung verschiedener Fischgesellschaften gehen wir wie folgt vor:
1 . Die Fische sollen im Hinblick auf ihre Temperaturbedürfnisse zusammenpassen.

2. Die Fische sollen gleiche oder ähnliche Wasseransprüche haben, z. B. sollen sie sich entweder in weichem oder in hartem Wasser wohlfühlen. Fische, die sich in hartem Wasser wohlfühlen, sollte man nicht mit solchen Arten vergesellschaften, die ein weiches Wasser bevorzugen, Für eine ganze Reihe von Arten gibt es Kompromisse.

3. Wir müssen sicherstellen, daß wir den Fischen die erforderliche Nahrung bieten können, insbesondere bei den Arten, die ausschließlich mit Lebendfutter ernährt werden müssen.

4. Die Fische müssen zueinander passen. Wir können z.B. nicht räuberische Barsche mit friedlichen kleinen Salmlern im Becken vergesellschaften.

5. Die Fische sollen nicht alle die gleiche Wasserregion bewohnen, sonst ist diese übervölkert und eine andere nahezu leer. Man sucht sich also eine Art für die Bodenschicht, z. B. Corydoras, aus; dazu einen passenden Schwarm für die mittlere Wasserschicht und dann evtl. noch einige Fische für die Wasseroberfläche. Auf diese Weise beengen sich die Arten untereinander nicht.

6. Selbstverständlich muß man bei der Artenzusammenstellung berücksichtigen, daß die Länge der ausgewachsenen Fische der Beckengröße angepaßt ist.
Die für diese Auswahl benötigten Angaben finden Sie alle bei den einzelnen Fischbeschreibungen.
Nachdem Sie sich so Ihre Fischgesellschaft zusammengestellt haben, werden Sie schnell merken, daß die Fische möglicherweise aus geographisch gänzlich verschiedenen Regionen kommen. Solange die Artenzusammenstellung nach obenstehenden Gesichtspunkten erfolgt ist, macht das aber nichts. Nur Perfektionisten gehen bei der Auswahl der Fischarten nach geographischen Regionen vor. Es macht natürlich Freude, ein Becken einzurichten, das auch diesen Ansprüchen genügt. Da passen Pflanzenarten und Fischarten aus der gleichen geographischen Region, z.B. Südostasien, zusammen. Da wird mit der Dekoration unter Wasser ein kleiner Bachlauf nachgebildet, und die Fische stammen natürlich auch aus fließenden Gewässern. Für solche Perfektionisten geben wir nachstehend die verschiedenen Einrichtungstypen für Aquarien an. Dabei ergeben sich teilweise Überschneidungen, so kann ein Asienbecken gleichzeitig ein Landschafts- und ein Artenbecken sein.
Die nachstehende Aufzählung erhebt auch nicht den Anspruch auf Vollzähligkeit, denn es gibt so viele verschiedene Biotope, Fischarten, Unterwasserlandschaftsformen und geographische Regionen, in denen diese Arten vorkommen, daß man unmöglich alle aufzählen kann. Hier nur ein kleines Beispiel: Die Schwimmpflanze Eichhornia ist jedem bekannt. In den Wurzeln dieser Pflanze lebt eine kleine Salmlerart, Klausewitzia. Diese Fischart hat sich dem Leben und der Färbung nach ganz diesem engen Biotop angepaßt. Wollte man die Fischart art- und biotopgerecht pflegen, müßte man das Becken mit torfbraunem, fast undurchsichtigem Wasser und Eichhornia bestücken und dazu eben diese kleine Salmlerart setzen. Das Biotop ist die Pflanze, die in träge fließenden Flüssen vorkommt oder auch in stehenden Seitengewässern dieser Flüsse. Das Ganze stammt aus Südamerika. Mit diesem Beispiel hätten wir also ein Landschaftsbecken (Flußlandschaft)
mit Schwimmpflanzen, ein Artenbecken (Salmler) und ein Becken nach geographischen Gesichtspunkten, nämlich Südamerika, wobei hierzu zu bemerken ist, daß Eichhornia als Kosmopolit überall auf der Welt vorkommt.
So spitzfindig brauchen wir also bei der Vergesellschaftung von Fischarten nicht zu sein.

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